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  4. Newsletter systec Mai 2021-70 Jahre Streit

70 Jahre Streit

Von Schreib-und Rechenmaschinen, Diktiergeräten und sonstigen Raritäten l Teil 1

Typenhebel, Kohlepapier, Tippex und verschmutzte Finger. Lautes Klappern der Schreibmaschinen im Büro. Der Arbeitsalltag vor 50 Jahren ist mit heute nicht mehr zu vergleichen. Streit Systec war damals reine Bürotechnik, Servicetechniker hießen Mechaniker. So viel zur Einstimmung. Einer aus dem langjährigen Streit-Team ist Gerhard Knäble. Er war viele Jahre Leiter von Streit systec und hat alle Entwicklungen von 1973 bis 2012 in der Bürotechnik hautnah miterlebt. Er blickt auf eine Zeit zurück, die sich rasant verändert hat.

Schreibmaschinen baden, bis sie wieder blitzeblank sind

Streit systec war in den Anfängen vor allem Bürotechnik. Und das bedeutet: „Alles funktionierte mechanisch“, erzählt Gerhard Knäble und benennt auch gleich das Malheur: Schreibmaschinen wurden durch das Farbband und den Papierabrieb schnell verschmutzt. Es wurde daher viel geschraubt und vor allem noch viel mehr gereinigt. Besonders die vielen Typenhebel aber auch die mechanischen Bauteile waren schnell dreckig und mussten regelmäßig in einer chemischen, flüssigen Substanz gebadet werden. Also Schreibmaschine auseinandernehmen, alle Einzelteile reinigen bzw. in eine Flüssigkeit legen, schrubben und danach wieder alles zusammen schrauben. Die Walzen mussten abgeschliffen und, wenn das nicht mehr half, erneuert werden. Das war eine der wichtigen Aufgaben der Mechaniker von Streit.

Am Ende stand eine blitzeblanke Schreibmaschine auf dem Tisch der Sekretärin.

Olympia Monica und die Ausflüge nach Wilhelmshaven

„Olympia Monica“ – Gerhard Knäble beginnt zu strahlen. Im Streit Portfolio war sie die mechanische Kofferschreibmaschine für den universellen Einsatz. Handwerker tippten ihre Briefe und Rechnungen gleich mit mehreren Durchschlägen auf die Geschäftspapiere, dazwischen lag Kohlepapier. Denn Kopierer gab es ja noch keine. Tippen war ein Finger-Kraftaufwand, die Typenhebel klackten mit großen Krach einzeln auf die Walze.

„Ärgerlich war immer, wenn man sich vertippt hatte“, erinnert sich Gerhard Knäble, „dann kam Tippex zum Einsatz. Kleine Korrekturplättchen, später weiße Korrekturflüssigkeit.“ Briefe wurden nicht selten bis zu fünfmal geschrieben, bis sie endlich korrekt und fehlerfrei waren.

„Die Monica war auch das Premium Modell für den Schreibanfänger“, so Gerhard Knäble, „ Großeltern kauften auf unserem Stand der Oberrheinmesse ihrem Enkel die beliebte Schreibmaschine zum Erlernen des 10-Finger Systems.“

In den Anfängen holte Firmengründer Edgar Streit mit seiner Frau Walfriede die Schreibmaschinen direkt in Wilhelmshaven im Werk ab, und verband das Geschäftliche mit einem Familienausflug. Er wollte die Frachtkosten sparen, lud sein Auto voll bis unters Dach mit Schreibmaschinen. „Das bedeutete wegen der hohen Investition natürlich auch Verkaufsdruck“, schmunzelt Gerhard Knäble.

Mit den elektrischen Büroschreibmaschinen hielt danach die Moderne Einzug in die Büroräume. Noch eleganter wurde es mit Kugelkopf und dem Typenrad bis zur Speicherschreibmaschine.

Diktiergeräte lösten die Stenographie ab

Überhaupt: In den 1970er Jahren setzte die Elektronisierung ein. Die ersten Sharp Taschenrechner kosteten 1.000 DM. Auch Diktiergeräte wie etwa die „Grundig Stenorette“ waren wichtige Helfer im Büro. „Früher wurde alles zunächst der Sekretärin diktiert“, erinnert sich Gerhard Knäble. Ein Techniker von Streit war daher fast ausnahmslos für Wartung und Reparatur der stark gebrauchten Diktiergeräte zuständig.

Zu den Abnehmern von Diktiergeräten zählten u. a. das Regierungspräsidium mit seinen vielen Dienststellen. Die „Grundig Stenorette“ war nicht wegzudenken aus Amtsstuben, Kanzleien und Büros. Sie hatte die Stenographie abgelöst und war lange Jahre eine große Erleichterung im Sekretariat.

Kurbeln fürs Multiplizieren

Streit war in den Anfangsjahren der führende Händler für Schreibmaschinen, Diktiergeräte und Rechenmaschinen, später kamen Kopiergeräte, Drucker und Faxgeräte hinzu. In den 70er Jahren verkaufte Streit auch die ersten Elektronikrechner. Zuvor hatte man auf den mechanischen Rechengeräten unter lautem Rattern gekurbelt fürs Multiplizieren. Damit war dann endlich Schluss. Der technische Fortschritt hatte wieder eine große Erleichterung in den Büroalltag gebracht.

Wie geht’s weiter?

Im nächsten Streit:Wissen Newsletter von Streit systec erfahren Sie mehr über die weitere Entwicklung. Wer kennt noch Lumoprint und die Geschichte des Kopierens? Oder die Entwicklung vom Fernschreiber zum Fax – lange ist es her.

Bleiben Sie dran.

 

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